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Mitteilung der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag


Für eine moderne psychische Gesundheitsversorgung in Hessen

Anlässlich der heutigen Einbringung des LINKE-Gesetzentwurfs zur Hilfe und Unterbringung von Menschen mit Hilfebedarf infolge psychischer Störungen erklärt Christiane Böhm, Sprecherin für psychische Gesundheit der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Ambulante und präventive Maßnahmen der psychischen Versorgung brauchen in Hessen einen deutlich höheren Stellenwert. Der jetzige Zustand ist schon lange nicht tragbar: Übervolle Kliniken, abgehetztes medizinisches Personal und Patientinnen und Patienten, die nach der Entlassung schon bald wieder die Drehtür in die Klinik nehmen, weil das ambulante System bei Krisen nicht ausreichend auffängt. Leider hat Schwarzgrün die Chance nach dem Psychiatrieskandal in Höchst nicht genutzt, um wirkliche Veränderungen voranzutreiben. Unser Gesetzentwurf zeigt, dass es auch anders gehen kann.“

Dabei habe man die positiven Erfahrungen aus Bayern, Schleswig-Holstein und Dänemark in den Entwurf einfließen lassen, so Böhm.

„Wir wollen eine ambulante Rund-um-die-Uhr-Krisenversorgung mit aufsuchenden Teams und Krisenpensionen. Wir brauchen die aktive Einbeziehung und Mitwirkung von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen, Genesungsbegleitenden und den Ehrenamtlichen in diesem Bereich im Rahmen von multiprofessionellen Teams.

Im Mittelpunkt des Gesetzes muss gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention endlich die Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit psychisch Erkrankter stehen. Nicht zuletzt müssen wir das Ziel ‚Psychiatrie ohne Zwang‘ voranbringen und verbindliche Vorgaben, die gegenfinanziert von Landesseite sind, aufstellen. Nur mit einer entschlossenen Reform der Psychiatrie können wir die Menschenwürde aller garantieren. Dafür werden wir in der weiteren Gesetzesberatung streiten.“