Wiesbadener Erklärung zur Kommunalpolitik der LINKEN

Linke Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus Hessen fordern grundlegende Veränderungen der Gesetzgebung des Bundes und des Landes Hessen für die Kommunen. Erklärung Lesen

 

Warnstreik der Landesbeschäftigten

Gemeinsame Erklärung des Landesvorstands und der Linksfraktion und Fotoalbum von Demo und Kundgebung in Darmstadt

 
Die Beschäftigten von Maredo haben unsere volle Solidarität!

Am 22.6. protestierten zahlreiche Gewerkschafter und LINKE zusammen mit den entlassenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Maredo-Restaurantkette gegen die üblen Methoden der Geschäftsführung.

Die Beschäftigten von Maredo, die für ihr Recht und für ihre Würde eintreten, haben die volle Solidarität der Linksfraktion im hessischen Landtag in ihrer Auseinandersetzung mit dem Management. In der Frankfurter Filiale in der Fressgass‘ wurde fast die gesamte Belegschaft auf Grund fadenscheiniger Vorwürfe entlassen. Bundesweit strebt die Geschäftsführung an, die Löhne der Maredo-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter auf 7,50 Euro zu senken.

Um die jetzige Belegschaft loszuwerden, wendet das Unternehmen unsaubere und illegale Methoden an, unter anderem unerlaubte Videoüberwachung und massive Einschüchterungsversuche.

Indem sich die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft NGG zur Wehr setzen, zeigen sie den Investmentbankern, die Maredo übernommen haben, die rote Karte. Das ist gut so und macht Kolleginnen und Kollegen in anderen Betrieben, in denen ähnlich skrupellos gegen Arbeitnehmerrechte und Betriebsräte vorgegangen wird, Mut.

Der Erfolg der Kolleginnen und Kollegen wird ein Fortschritt für sämtliche Beschäftigten im Dienstleistungsbereich.

"Montagsdemo" gegen Fluglärm und für die Stillegung der Nordbahn

Die Forderungen der Protestierenden sind mehr als berechtigt

Die hessische Linksfraktion protestiert mit den lärmgeplagten Bürgerinnen und Bürger jeden Montag gegen Fluglärm und für ein Nachflugverbot von 6 bis 22 Uhr in der Rhein-Main-Region.

Erneuerung und Aufbruch für Hessens Kommunen

LINKE Kommunalpolitiker/innen verabschieden "Wiesbadener Erklärung"

Bei der zweiten Kommunalpolitischen Konferenz der LINKEN Landtagsfraktion am 21.5.2011 haben mehr als 100 Kommunalpolitikerinnen und -politiker über Perspektiven für Hessens Gemeinden und Kreisen und die sich daraus ergebenden landespolitischen Konsequenzen diskutiert. Dabei konnten viele der gut 60 neuen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger begrüßt und für die weitere Mitarbeit gewonnen werden.

Einstimmung wurde die Wiesbadener Erklärung 2011 verabschiedet. Sie schließt an die letztjährige Kommunalpolitische Erklärung an, die nach wie vor das zentrale inhaltliche Papier zur Kommunalpolitik in Hessen darstellt. Die diesjährige Erklärung arbeite zusätzlich die Schwerpunkte kommunale Finanzprobleme, dezentrale Energiewende und demokratische Erneuerung heraus.

Die Zustimmung zur zweiten Wiesbadener Erklärung bestätigt den breiten Konsens linker Kommunalpolitik.

 

 

Hermann Schaus
Dr. Ben Michael Risch vom hess. Städtetag

Wiesbadener Erklärung 2011

Aufbruch und Erneuerung für Hessens Kommunen - Für eine Wende in der Energie-, Sozial- und Finanzpolitik.

Ein gutes Jahr nach Verabschiedung der ersten Wiesbadener Erklärung stellen wir linke Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus Hessen fest, dass unsere damaligen Thesen kaum etwas von ihrer Gültigkeit und Bedeutung verloren haben. Denn die schwarz-gelbe Steuerpolitik plündert die kommunalen Kassen weiter, während ein sozial gerechtes Steuersystem mit dringend notwenigen Einnahmen z.B. für kommunale Bildungs-, Sport-, Kultur- und Sozialeinrichtungen fehlt.

Auch das dringend benötigte Entschuldungsprogramm für überschuldete Kommunen wurde bis heute nicht realisiert. Während Schwarz-Gelb die Interessen von Banken, Konzernen und Superreichen schützt, werden den Kommunen jährlich weitere 344 Millionen aus dem Kommunalen Finanzausgleich gestrichen. Initiativen für mehr Demokratie und Transparenz, für Informationsfreiheit, ein fortschrittliches Vergaberecht sowie Investitionen in Personal und Infrastruktur werden durch die Bundes- und Landesregierung konsequent ausgebremst.

Hessen nach Fukushima – Re-Kommunalisierung als Chance zur Energiewende!

Unsere jahrelange Forderung nach Re-Kommunalisierung und Dezentralisierung der Energie auf Basis erneuerbarer Energien in öffentlichem und genossenschaftlichem Eigentum, hat durch die atomare Katastrophe in Fukushima an Bedeutung gewonnen. Denn die Marktbeherrschung und Profitgier der vier großen Energieversorger verhindert die dringend notwendige Energiewende.

Kommunale und genossenschaftliche Unternehmen bieten hingegen große Chancen für eine regionale Wertschöpfung und demokratische Mitbestimmung der Menschen an einer klimaneutralen und an den sozialen Bedürfnissen ausgerichteten Energieversorgung. Wir wollen aber nicht nur die Energieversorgung, sondern alle Bereiche der Daseinsvorsorge dem privaten Profitstreben entziehen und unter demokratischer Kontrolle organisieren. Gesundheit ist ebenso keine Ware, wie Bildung, Kultur oder Mobilität. Auch in der kommunalen Gemeinschaft muss der Mensch und die Umwelt Vorrang vor Profiten haben.

Hessen in der Finanzkrise – Kommunales Entschuldungskonzept notwendig!

Bereits in den zurück liegenden Jahren wurde aufgrund immer knapper werdender Finanzmittel in den Kommunen massiv an Investitionen und Personal gespart oder öffentliches Eigentum privatisiert. Obwohl man heute erkennt, dass der Weg von Privatisierung und Kürzung die Kosten langfristig noch nach oben treibt und zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge entdemokratisiert, werden die Kommunen weiter zu Kürzungen gezwungen und in die Privatisierung getrieben.

Dringend notwendig ist ein umfassendes Entschuldungskonzept: Weder darf das Land Hessen versuchen sich weiter auf kommunale Kosten zu sanieren, noch darf es sich weiter seiner Verantwortung für die Kommunalfinanzen entziehen. Überschuldete Kommunen müssen schnellstens über den Weg eines kommunalen Fonds sanktionsfrei entschuldet werden. Der von der Landesregierung angekündigte Schutzschirm mit gerade einmal 3 Milliarden Euro führt aufgrund der damit verbundenen Auflagen zum weiteren Abbau der kommunalen Selbstverwaltung und stellt bei 17 Milliarden Euro kommunaler Kreditschuld kein ausreichendes Entschuldungskonzept dar. Die Landesregierung muss sich auch auf Bundesebene endlich für eine Ausweitung der kommunalen Finanzierung einsetzen, beispielsweise durch Weiterentwicklung der Gewerbesteuer zur Kommunalwirtschaftssteuer.

Hessen vor demokratischem Wandel – Mehr Demokratie und Transparenz!

Entgegen den Bestimmungen der Hessischen Verfassung und der Realität in anderen Bundesländern, liegt Hessen weit zurück bei direkter Demokratie, Mitbestimmung und Transparenz. Wir fordern daher auch für Hessen endlich ein Informationsfreiheitsgesetz und landesgesetzliche Regeln für mehr Transparenz, mehr Demokratie durch vereinfachte Verfahren für Bürger- und Volksbegehren, sowie ein kommunales Petitions- und Einwohnerantragsrecht.

Wir wollen, dass jeder dauerhaft mit uns lebende Mensch auch an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen kann und fordern die Landesregierung auf, das kommunale Wahlrecht entsprechend zu erweitern.

 

 

Zwanzig Mal mehr NS-Mitglieder in Hessens Parteien als offiziell bekannt

Studie zur NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter vorgestellt

Am 4. Mai wurde die im Auftrag der hessischen Linksfraktion von dem Historiker Dr. Hans-Peter Klausch erarbeitete Dokumentation „Braunes Erbe – NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1.-11. Legislaturperiode" der Öffentlichkeit präsentiert. Sie bietet neue Fakten und Denkanstöße zum Verständnis der politischen Entwicklung der Parteien nach dem zweiten Weltkrieg. Es wird dokumentiert, dass über 20 mal mehr Mitglieder aus NS-Organisationen Zugang zu den politischen Parteien in Hessen fanden als bisher bekannt. Sie bildeten ab Mitte der 1950er Jahre teilweise die Mehrheit in Landtagsfraktionen und besetzten höchste politische Ämter und Mandate. Obwohl sich im Landtag auch einige schwer belastete NS-Täter befanden, bleibt dies in offiziellen Publikationen bis heute weitgehend unerwähnt.

Unter den in Frage kommenden 333 Abgeordneten des Hessischen Landtags waren statt der offiziell genannten drei Abgeordneten mindestens 75 Abgeordnete ehemalige NSDAP-Mitglieder. Ehemalige NSDAP-Mitglieder gab es in allen hessischen Fraktionen - einschließlich SPD und Grünen - mit der 1956 verbotenen KPD als einziger Ausnahme. In der CDU-Fraktion wurden in den Wahlperioden von 1954 bis 1966 zwischen 25 Prozent und 35,7 Prozent der Mandate dauerhaft oder zeitweilig von früheren NSDAP-Mitgliedern wahrgenommen. Bei der FDP schwankte dieser Wert in den Jahren 1954 bis 1970 zwischen 60 und über 70 Prozent.

Bei diesen ehemaligen NSDAP-Mitgliedern handelt es sich nicht nur um indoktrinierte Jugendliche, Mitläufer und Opportunisten. Vielmehr gelang es auch schwer belasteten Nazis, im Hessischen Landtag unerkannt erneut politisch zu wirken, auch in politischen Spitzenpositionen wie etwa als Fraktions- und Landesvorsitzende bis hin zu Ministerämtern. Deshalb muss die Frage nach Kontinuitäten zwischen NS-Staat und früher Bundesrepublik auch in Hessen neu gestellt werden. Angesichts dieser Ergebnisse scheint das offizielle Geschichtsbild der Parteien und des Landtags fraglich.

Die Publikation will nicht zuvorderst parteipolitische Versäumnisse aufzeigen, sondern zur überparteilichen Aufarbeitung durch die historische Kommission des Hessischen Landtags anregen. Denn die vorliegende Untersuchung wirft nur einen Stein ins Wasser. Es kann vermutet werden, dass in Folge der Wellen auch NSDAP-Mitglieder und NS-Täter in der Hessischen Justiz, Verwaltung, Ämtern und Behörden oder in Kreisparlamenten in bisher ungekanntem Ausmaß auftauchen. Es bleibt jedoch Aufgabe der Parteien, Wissenschaft und Gesellschaft, sich dieses Erbes
anzunehmen und jeweils eigene Rückschlüsse daraus zu ziehen.

DIE LINKE schlägt vor, dass sich die Historische Kommission Hessen des Themas überparteilich annimmt. Dass bei näherer Betrachtung auch in Hessischen Ämtern, Behörden und der Justiz alte Nazis auftauchen könnten, erscheint angesichts der Ergebnisse unserer Studie nicht ausgeschlossen.

 

Medienecho

 

 

DIE LINKE will eine neue Kommunalverfassung

Hessen braucht mehr Demokratie, Transparenz und wirtschaftliche, soziale und nachhaltige Entwicklung!

"Wir freuen uns heute außerordentlich, der Öffentlichkeit nach über zwei Jahren intensiver gemeinsamer Arbeit mit unseren Kommunalpolitikern, die umfangreichen Vorschläge der Fraktion der LINKEN für mehr Demokratie, Transparenz sowie für wirtschaftliche, soziale und nachhaltige Entwicklung in den hessischen Gemeinden und Kreisen vorlegen zu können. Das Ziel unserer Arbeit war eine Kommunalverfassung, in der die Menschen im Mittelpunkt der demokratischen Prozesse und Entscheidungen stehen, in der die Kommunen ihre finanzielle und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit zurückgewinnen und eine soziale und nachhaltige Entwicklung vor Ort möglich wird," erklärte die Fraktionsvorsitzende Janine Wissler bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs.

Hermann Schaus betonte, dass vor allem die Vorschläge der LINKEN für mehr Demokratie und Transparenz hoch aktuell und notwendig seien, um die Menschen für die Politik zurück zu gewinnen. Er kritisierte, dass die Hessische Landesregierung bis heute weit hinter den Regelungen für direkte Demokratie in anderen Bundesländern zurück liege.

"Unsere Vorschläge für mehr Demokratie greifen überwiegend auf, was in anderen Bundesländern jahrelange und gute Praxis ist: ein kommunales Petitions- und Antragsrecht für alle, die sich unmittelbar an die Gemeinde wenden wollen sowie niedrige Hürden für direkte Entscheide auf Gemeinde- und Kreisebene und Transparenzregelungen, die es jedem möglich machen, politische Prozesse nachzuvollziehen. Mit unseren Vorschlägen wollen wir weg von einer Politik, in der Menschen ihre Verantwortung immer an Parteien und Wahlpolitiker abgeben müssen, statt diese selbst wahrzunehmen."

Kai Boeddinghaus, der seine langjährigen Erfahrungen als Kommunalpolitiker in Kassel auch in den Gesetzentwurf eingebracht hatte, verwies auf die Bedeutung der neuen Regelungen für kommunale Mandatsträger: "Die einzelnen Stadtverordnenten brauchen bessere Möglichkeiten, damit sie tatsächlich politisch agieren können. Entscheidungen, von der die Allgemeinheit betroffen ist, sollen nicht länger in geschlossenen Amtsstuben, Hinterzimmern und Vorständen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefällt werden. Wir schlagen deshalb grundsätzlich Öffentlichkeit von Ausschusssitzungen, Abschwächung von Geheimnisregelungen, eine Aufwertung des kommunalen Mandates und den Vorrang öffentlichen Rechtes für kommunale Unternehmen vor."

Download der Dokumente:

 

 

4. Oktober 2010
Atomkraft "politisch nicht durchsetzbar" machen!

Fraktion vor Ort in Bensheim

Biblis läuft länger – was tun? Unter diesem Motto und mit dieser Frage war DIE LINKE-Landtagsfraktion nach Bensheim gekommen. Rund 30 Interessierte, unter anderem Aktivisten der Anti-Atom-Initiativen AK.W.ende Bergstraße und atomkraftENDE.darmstadt, waren in den Faktoreikeller gekommen, um die Fraktion über die Aktivitäten vor Ort zu informieren und über gemeinsame Widerstandsaktionen gegen die Laufzeitverlängerung zu diskutieren.

Georg Dombrowe von atomkraftENDE.darmstadt stellte die gravierenden Sicherheitsmängel des ältesten und unsichersten deutschen Atomkraftwerks in Biblis dar: Es sei weder gegen den Absturz eines mittelgroßen Flugzeugs noch gegen stärkere Erdbeben geschützt. Im Falle eines GAU müssten nicht nur die Bergstraße und Darmstadt, sondern je nach Windrichtung auch bis zu einer Million Menschen - etwa in Wiesbaden und Frankfurt - langfristig evakuiert werden.

Der rot-grüne "Atomkonsens" sei mit dem Verzicht auf notwendige Nachrüstungen wie die unbedingt erforderliche Notstandswarte erkauft worden. Die Aufkündigung dieser Übereinkunft durch die "nicht vertragsfähigen" Energiekonzerne und die schwarz-gelbe Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung würden nun auf skandalöse Art gegen jede Vernunft und gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchgedrückt. Die Bundesregierung sei zum "geschäftsführenden Ausschuss" der Atomlobby degeneriert - und auch die neue hessische Umweltministerin Lucia Puttrich zeichne sich nach den bisherigen Erfahrungen der umweltpolitischen Sprecherin Marjana Schott in erster Linie durch Vasallentreue gegenüber der Lobby aus. Diese Macht der Konzerne, für die nur ihre Profitinteressen, nicht aber die Gesundheit und das Leben der Menschen zählten, sei mit der Demokratie nicht vereinbar. Diese Macht müsse gebrochen werden. Hermann Schaus, kommunalpolitischer Sprecher, merkte an, dass dies durch die Re-Kommunalisierung der Energieversorgung erreicht werden könne, die DIE LINKE bei der Kommunalwahl fordert.

Ingo Hoppe von AK.W.ende Bergstraße skizzierte die Aktivitäten nach der erfolgreichen Großdemo am 18. September in Berlin. Am 23. Oktober soll mit einem "Streckenaktionstag" auf die Gefahren von Transport und Lagerung des Atommülls aufmerksam gemacht werden. In Biblis, Darmstadt und Mannheim wird zu unterschiedlichen Aktionen mobilisiert, um Öffentlichkeit zu schaffen und um den Widerstand gegen den Castor-Transport ab dem 5.11. aus La Hague vorzubereiten.

Aktivisten und Abgeordnete waren sich einig, dass der Ausstieg aus der Atomenergie nicht über die Parlamente erreicht werden könne. Ulrich Wilken stellte als Ansatzpunkte für den Protest die Sicherheit der einzelnen Atomkraftwerke, die Risiken des Transports und die völlig ungelöste Lagerung des Atommülls heraus. Es müsse einerseits deutlich gemacht werden, dass auch der Abbau der Atomkraftwerke Arbeitplätze sichere. Andererseits müsse klar werden, dass die Folgekosten nach bisherigem Stand von der Allgemeinheit und nicht von den Profiteuren der Laufzeitverlängerung getragen werden.

Für alle Beteiligten war klar, dass die parlamentarische Arbeit eine Rolle bei der Aufklärung der Bevölkerung spielen kann. Aufklärung und Widerstand müssten vor allem auf der Straße intensiviert werden, bis die Atompolitiker/innen schließlich einsehen, dass die weitere Nutzung der Atomkraft politisch nicht durchsetzbar ist. DIE LINKE sicherte den Aktivisten Unterstützung bei den im Herbst anstehenden Aktivitäten zu.

Galerie "Fraktion vor Ort in Bensheim/Biblis" (Bilder anklicken für Diashow)
28. August 2010
"Kommunen sind systemrelevant"

Kommunalpolitische Eckpunkte der LINKEN. Hessen sind gute Grundlage, um in 100 Kommunalparlamente einzuziehen

 

Liebe Genossinnen, liebe Genossen, 

im März 2006 war Hessen das erste Bundesland, wo wir, nach der erfolgreichen Bundestagswahl 2005, WASG und Linkspartei gemeinsam zur Kommunalwahl antraten. 1417 Kandidatinnen und Kandidaten standen auf unseren gemeinsamen Listen, davon waren mehr als die Hälfte keine Parteimitglieder, sondern Unterstützer/innen aus Gewerkschaften, Vereinen und Bürgerinitiativen.

Mit diesem breiten Bündnis ist es uns aus dem Stand heraus gelungen in allen 5 Großstädten, in 20 von 21 Landkreisen und in 30 Städten und Gemeinden, mit landesweit 3,3%  und 150 Mandaten in die Kommunalparlamente einzuziehen.

Dieser Erfolg war eine wichtige Basis für unseren Einzug in den Hessischen Landtag 2008.

Heute stehen wir erneut vor Kommunalwahlen und es gilt unsere kommunalpolitische Basis zu verbreitern. Unser Ziel ist es in mehr als 100 Kommunalparlamente mit landesweit mehr als 300 Abgeordneten einzuziehen – und es zeichnet sich jetzt schon ab, dass dies gelingen kann.

Mit den vorgelegten Kommunalpolitischen Eckpunkten wollen wir unsere alternativen Vorstellungen formulieren und damit eine Grundlage für die jeweils vor Ort zu erstellenden Wahlprogramme anbieten.

Die Bedingungen für eine sozial gerechte und einwohnerfreundliche Kommunalpolitik haben sich seit der Wirtschaftskrise weiter verschärft. Die seit Jahren von allen etablierten Parteien betriebene Steuerpolitik, geht zu Lasten aller Einwohner/innen in den Kommunen. Eine neue Studie der Gewerkschaft ver.di belegt, dass durch die Steuerpolitik der Bundesregierungen seit 1998, den Hessischen Kommunen pro Jahr 1,6 Mrd € vorenthalten werden.

Die Landesregierung verschärft dies mit Streichungen von 400 Mio. € im Kommunalen Finanzausgleich ab 2011. Den Kommunen fehlt deshalb das Geld für den Erhalt - geschweige denn den Ausbau - ihrer Infrastruktur, ihrer soziale Projekte, Vereinsförderung, für Schulen, Schwimmbäder, Bibliotheken usw. Deshalb protestierten auch 200 Bürgermeister/innen auf dem Hessentag in Stadtallendorf gegen die Landesregierung mit Transparenten wie: Heute Bürgermeister, morgen Insolvenzverwalter! Oder: Kommunen sind systemrelevant!

Weil uns klar ist wer die Krise bezahlt und vor allen Dingen wer die Krise bezahlen sollte, ist es unsere Aufgabe jetzt die lokalen Protestbündnisse zu unterstützen und eine breite Volksbewegung gegen die Aufnahme der Schuldenbremse in die Hessische Verfassung mit zu organisieren.

Hessen ist das einzige Bundesland, wo die Verfassung nur durch einen Volksentscheid vorgenommen werden kann. Deshalb kommt dieser Abstimmung bundesweite Bedeutung zu. Wir haben dadurch im Kommunalwahlkampf aber auch die einmalige Chance unsere alternativen Vorstellungen zur Verbesserung der Steuereinnahmen für die Kommunen breit darzustellen und zu diskutieren.

Als Landtagsfraktion tun wir dies in verstärktem Maße und stellen die Situation der Kommunen in den Mittelpunkt  unserer Parlamentsarbeit. Und wir tun ein weiteres – Seit Monaten arbeiten wir an einem umfangreichen Gesetzentwurf zur Novellierung der Hessischen Gemeineordnung und der Landkreisordnung. Die Synopse dazu umfasst mehr als 100 Seiten. Hier haben wir unsere Vorstellungen von: 

  • Echter Bürgerbeteiligung und direkter Demokratie
  • Transparenz und Offenheit der Kommunalparlamente
  • Erhalt der Daseinsvorsorge und wirtschaftlicher Betätigung

niedergeschrieben und – ein Novum in der Gesetzgebung – wir werden den gesamten Gesetzestext ausschließlich in weiblicher Schreibweise verfassen!

Unser Gesetzentwurf befindet sich derzeit in einer abschließenden Expertenrunde und wird am 2. Oktober in der Mitgliederversammlung unseres Kommunalpolitischen Forums vorgestellt und danach in den Landtag eingebracht. Jetzt gilt es unsere offenen Kandidaten/innen-Listen vorzubereiten und dabei den Anteil von Kandidatinnen wesentlich zu erhöhen.

Die heute vorgelegten Kommunalpolitischen Eckpunkte (in neuer Fassung) stellen, bis auf einen Punkt, eine abgestimmte Zusammenfassung der beiden umfangreichen Anträge des Landesvorstandes sowie des FDS dar. Sie ist Grundlage unsere weiteren Beratungen. Sie ist eine gute Grundlage dafür, gemeinsam unsere kommunalpolitische Arbeit auszubauen, den Protest gegen die unsoziale Schuldenbremse, zusammen mit  Gewerkschaften, Sozialverbänden, Initiativen und Vereinen in die Dörfer und Städte zu tragen, und erfolgreich in 100 Kommunalparlamente einzuziehen!

Rede beim 3. Landesparteitag in Langenselbold  am 28./29.8.2010

 

Kommunalpolitische Eckpunkte, mit großer Mehrheit beschlossen am 28.9.2010

 

 

Solidarität mit den streikenden Arbeiterinnen und Arbeitern des türkischen Tabakkonzerns TEKEL
Infostand in Darmstadt am 2.6.2010

Ich unterstütze die Erklärung des BundessprecherInnenrats der AG Betrieb & Gewerkschaft der Partei DIE LINKE vom 21.1.2010 und solidarisiere mich mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen des Tabakkonzerns TEKEL in der Türkei.

Zu Recht protestieren die 12.000 Beschäftigten gegen die Folgen der Privatisierung des Unternehmens. Landesweit sollen 40 Produktionsstätten geschlossen werden. Die Beschäftigten sollen in andere Betriebe transferiert werden, bei denen ein Verlust von tariflichen und sozialen Rechten droht, sowie ungesicherte und prekäre Beschäftigung.

Die TEKEL-Beschäftigten erfahren für türkische Verhältnisse eine große Unterstützung. So waren am 13./14.1. über 80.000 Menschen auf der Straße, um ihre Solidarität mit den TEKEL-Beschäftigten zu zeigen.

Der Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray gegen die Streikenden hat diese nicht zum Aufgeben bewogen. Als nächste Maßnahme ist ein Hungerstreik beabsichtigt.

Die Beschneidung gewerkschaftlicher Rechte in der Türkei ist in den Medien unseres Landes allenfalls ein Randthema. Deshalb bekräftige ich noch einmal meine Solidarität mit den TEKEL-Beschäftigten.

 

"IHK-Präsident Dr. Bach muss seiner wichtigen Funktion als hoher Repräsentant der Arbeitgeber gerecht werden!"
Rede bei Solidaritätskundgebung am 2.12.2009
Der Kreisverband Darmstadt überreicht den Streikenden einen Solidaritätskorb

Rede im Landtag zur Aktuellen Stunde am 8.10.2009 Zur Aktuellen Stunde "Keine Tarifflucht in hessischen Betrieben"

 

Herr Präsident,
meine Damen und Herren,

die Verlagsgruppe Rhein Main, zu der die Mainzer Allgemeine Zeitung, der Wiesbadener Kurier und das Wiesbadener Tagblatt gehören und das Medienhaus Südhessen mit der Zeitungsgruppe Darmstädter Echo, bauen derzeit gemeinsam ein neues Druckzentrum in Rüsselsheim. Hier soll eine der größten europäischen Druckereien mit einer Produktion von 28 Zeitungen und vielen Anzeigenblättern entstehen.

Zur Zeit verrichten diese Arbeiten 130 Beschäftigte in Darmstadt und 260 Beschäftigte in Mainz. In der neuen Druckerei werden dann nur noch 200 Arbeitnehmer/innen benötigt.

Weil es sich juristisch um einen neuen Gemeinschaftsbetrieb handelt, findet auch keine sonst übliche Sozialauswahl unter den rund 400 Beschäftigen statt und es werden auch keine (ich wiederhole KEINE) Arbeitnehmer im Rahmen eines Betriebsübergangs übernommen. Alle erhalten die Kündigung!

Alle dieser 400, meist langjährigen Beschäftigten, dürfen sich aber gnädigerweise, gemeinsam mit vielen anderen Arbeitsuchenden, für einen der verbleibenden 200 Arbeitsplätze bewerben.

Verantwortlich für diesen zynischen und menschenverachtenden Vorgang ist der Darmstädter-Echo-Verleger und IHK-Präsident von Südhessen, Dr. Hans-Peter Bach.

Herr Bach hat offenbar das formale Recht auf seiner Seite. Weil nämlich neue Druckmaschinen für Rüsselsheim angeschafft und die Alten dann stillgelegt werden, finden, trotz der Produktionsverlagerung, die gesetzlichen Schutzbestimmungen des Betriebsübergangs nach §613a BGB, keine Anwendung. Oder klarer gesagt; Sie werden einfach legal unterlaufen!

In dem neuen Druckzentrum soll es auch keine Tarifbindung mehr geben. Also erheblich niedrigere Löhne als in den bisherigen beiden Druckereien sind unternehmerisch eingeplant.

Die gleiche Situation finden wir übrigens auch bei der Firma Schlecker vor, wo kurzerhand im gleichen Unternehmen ein neuer Betrieb namens "Schlecker XL" gegründet wird, der nicht tarifgebunden ist und der seit kurzem neue Filialen in den gleichen Städten eröffnet, die alten schließt und nur ausgewählte Beschäftigte in seinen neuen Betrieb ohne Tarifbindung zu niedrigeren Löhnen, übernimmt. So macht man übrigens einen Betrieb auch gleich noch betriebsratsfrei!

Es ist ein unerträglicher Zustand, dass langjährige Beschäftigte und ihre Betriebsräte auf solche Weise von findigen, eiskalten Unternehmern ausgetrickst und ihrer Existenzgrundlage beraubt werden können. Dies muss rechtlich schnellstens geändert werden!

Da die Zeitung des IHK-Präsidenten von Südhessen, Herrn Dr. Bach ein Meinungsmonopol in der gesamten Region Südhessen besitzt, wird über diesen skandalösen Vorgang, die Öffentlichkeit nicht informiert. Deshalb hat die Gewerkschaft ver.di 50.000 Informationsschriften, in einer groß angelegten Aktion, an sämtliche Haushalte in Darmstadt verteilt.

Merke: Wer die Mediendominanz in der Region besitzt, der kann sich fast alles erlauben und niemand bekommt es mit! – Auch deshalb bringen diesen skandalösen Vorgang in den Landtag ein.

Zwischenzeitlich hat sich sogar der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck mit einem Schreiben an beide Verlage gewandt, in dem er appelliert die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmer wahrzunehmen und im neuen Druckzentrum Rüsselsheim die Tarifverträge der Druckindustrie anzuwenden. Mit Blick auf die Funktion des Darmstädter-Echo-Verlegers, Dr. Bach als IHK-Präsident Südhessens, schreibt Ministerpräsident Beck – wie ver.di berichtet -   Mitbestimmung und Flächentarifverträge sind wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Errungenschaften, die zum sozialen Frieden Beitragen und fordert die Übernehme möglichst vieler Beschäftigter aus den bisherigen Druckereien.

Von der hessischen Landesregierung wünscht sich ver.di, wie wir, eine ebenso deutliche Haltung zur Tarifbindung und Übernahme der von Arbeitslosigkeit bedrohten.

Deshalb haben wir den vorliegenden Dringlichen Entschließungsantrag eingebracht, in dem der Verleger und IHK Präsident Dr. Bach aufgefordert wird seiner wichtigen Funktion als hoher Repräsentant der Arbeitgeber endlich gerecht zu werden!   

Wir sollten uns alle an die Seite der Betroffenen stellen und einmütig unseren Antrag beschließen, damit nicht wieder die Beschäftigten einseitig die Zeche zahlen während der Unternehmer den Reibach macht!

 

Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen vom Darmstädter Echo

Der Betriebsrat des Darmstädter Echo schlägt Alarm, denn "die Geschäftsführung will 143 Kolleginnen und Kollegen betriebsbedingt kündigen". In Rüsselsheim baut das Medienhaus Südhessen zusammen mit der Verlagsgruppe Rhein-Main ein neues Druckzentrum, in dem die Produkte der beiden Verlage mit deutlich weniger Personal gedruckt werden können.

Doch es geht nicht nur um Arbeitsplatzabbau. Die besondere Qualität des Vorgehens von Echo-Verleger und IHK-Präsident (!) Hans-Peter Bach besteht in dem mit dieser Rationalisierung verbundenen Versuch, sich aus der Tarifbindung herauzuziehen und wesentlich geringere Löhne zu zahlen. Die bisher beim Darmstädter Echo beschäftigten Mitarbeiter/innen bekommen keinen Arbeitsplatz angeboten, sondern dürfen sich wie alle anderen auch beim neuen Betrieb bewerben. Bei dieser Gelegenheit können auch vermeintlich unproduktivere ältere sowie kämpferische Kolleg/inn/en "entsorgt" werden.

Das ist Unternehmerpolitik nach Gutsherrenart, vorangetrieben ausgerechnet vom Präsidenten der Industrie- und Handelskammer. Der hätte eigentlich in seiner Rolle als Vertreter aller in der IHK zwangsweise organisierten Unternehmen dafür einzutreten, dass durch einheitliche Entlohnungsbedingungen die südhessischen Unternehmen nicht in eine Lohnkonkurrenz getrieben werden. Dass er das Gegenteil tut, ist eine Kampfansage an die Beschäftigten nicht nur des Darmstädter Echo. Daher ist es gut, dass die Kolleg/inn/en den Mut und die Kraft haben, sich öffentlichkeitswirksam zu wehren: sie sammeln Unterschriften in der Innenstadt und haben 50.000 Informationsblätter "Echo aus Darmstadt" in die Briefkästen verteilt, weitere Aktivitäten sollen folgen.

"Der Verlust von 143 Arbeitsplätzen bedeutet auch für den Darmstädter Einzelhandel weniger Kaufkraft, und für die Stadt mehr soziale Not", stellt der Betriebsrat fest, und fordert "die Übernahme aller Echo-Mitarbeiter in das neue Druckzentrum zu tarifvertraglichen Bedingungen".

Ich werde die Kolleginnen und Kollegen bei der Durchsetzung dieser Forderungen nach Kräften unterstützen.

 

Pressemeldung zur Aktuellen Stunde im Landtag am 8.10.2009

Flugblatt "Echo aus Darmstadt" (Vorderseite)

Flugblatt "Echo aus Darmstadt" (Rückseite)

Aufruf des Betriebsrats

 Unterschriftenliste

 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Am 19.5. demonstrieren die Beschäftigten in Diakonie und Ev. Kirche von Hessen und Nassau dafür, dass ihre Entlohnung nicht noch weiter hinter der Bezahlung ihrer Kolleginnen und Kollegen bei öffentlichen Trägern, Caritas und den Wohlfahrtsverbänden zurückbleibt. Sie fordern einen Nachschlag, um nicht als "ArbeitnehmerInnen zweiter Klasse" für die gleiche Arbeit mit zehn Prozent weniger Geld abgespeist zu werden.

Die Kolleginnen und Kollegen haben Recht!

Es muss möglich sein, von guter Arbeit gut zu leben. Passend zu den Idealen der Arbeitgeber in Kirche und Diakonie stellt die Gewerkschaft ver.di in ihrer aktuellen Kampagne fest, dass 'Soziale Berufe mehr Wert' sind. Deshalb haben die Kolleginnen und Kollegen für ihre Arbeit nicht nur warme Worte, sondern auch eine bessere Bezahlung verdient.

Die Forderungen sind moderat und könnten von den Arbeitgebern erfüllt werden. Längerfristig steht der Aufwertung der sozialen Berufe jedoch der Sparzwang im Gesundheitssystem und die Austrocknung der öffentlichen Haushalte entgegen. Dies ergibt sich allerdings nicht aus Naturgesetzen, denn das Geld fehlt nicht, sondern es wird falsch verteilt.

Um eine nachhaltige Grundlage für die Aufwertung der sozialen Berufe zu schaffen, brauchen wir

  • eine solidarische Bürgerversicherung, die alle Bürgerinnen und
    Bürger und alle Einkommens- arten mit einbezieht. Das schafft
    eine finanzielle Basis, damit das Gesundheitssystem nach den
    Bedürfnissen der Patentinnen und Patienten sowie der
    Beschäftigten ausgerichtet werden kann.
  • eine Millionärssteuer auf große Einkommen, damit die Kosten
    der Finanzkrise von den Verursachern getragen werden. So
    werden Einsparungen in den öffentlichen Haushalten verhindert.
  • ein flächendeckendes Angebot gebührenfreier Ganztags-
    Kinderbetreuung. Das ist finanzierbar im Rahmen des
    ökonomisch notwendigen massiven Konjunktur- und
    Investitonsprogramms.

Solche Forderungen sind nicht allein in den Parlamenten durchsetzbar. Nur soziale Unruhe auf den Straßen und in den Betrieben kann genügend Druck erzeugen, um einen politischen Richtungswechsel zu erzwingen.

Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Demonstrierenden ihren Teil zu der notwendigen Unruhe beitragen.

Flugblatt zur Demonstration

 

Offener Brief an den Herausgeber des Darmstädter Echo

Sehr geehrter Herr Bach, sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich mein Abonnement des Darmstädter Echo zum frühestmöglichen Zeitpunkt.

Das Darmstädter Echo und das Medienhaus Südhessen haben im zurückliegenden Wahlkampf in einer bisher nicht dagewesenen Art und Weise politisch gegen die Partei DIE LINKE Stellung bezogen. Am 7./8.1. hat die Darmstädter Lokalredaktion die Darmstädter Kandidaten der LINKEN gemeinsam mit den Bewerbern der NPD in einem Artikel dargestellt. Damit wurde, die persönliche Verletzung der beiden Kandidaten bewusst in Kauf nehmend, versucht DIE LINKE in eine extremistische Ecke zu stellen und ihr damit vor der Wahl gezielt Schaden zuzufügen. Diesen Vorgang hat der Kreisverband Darmstadt in einer Presseerklärung ausführlich und zutreffend kritisiert. In der gesamten Berichterstattung zum Landtagswahlkampf wurden unsere Partei und unsere Kandidaten gezielt benachteiligt undd verunglimpft.

Desweiteren hat das Medienhaus Südhessen in zwei Fällen angeblich auf Weisung die Annahme einer Anzeige zur Unterstützung der LINKEN im Landtagswahlkampf zurückgewiesen (Flugblatt "Skandal" zur Ablehnung in Rüsselsheim). Diese aktive Beteiligung am Wahlkampf ist eine offene Kampfansage gegen meine Partei. Die Entgleisung der Darmstädter Lokalredaktion ist sicherlich auch im Zusammenhang mit dieser politischen Linie der Verlagsleitung zu sehen. Damit hat sich das Darmstädter Echo zu einem Instrument der publizistischen Durchsetzung der politischen Interessen seiner Besitzer entwickelt. Dies ist eine ernste Gefahr für die Pressefreiheit in der Region, denn diese muss mehr umfassen als die „Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“ (Paul Sethe).

Wir wissen, dass wir es als neue Partei nicht leicht haben, in den Medien angemessen berücksichtigt und fair behandelt zu werden. Beide Vorgänge überschreiten jedoch den Rahmen des Hinnehmbaren und stellen klar, dass wir auch weiterhin mit einer gegen uns gerichteten Behandlung zu rechnen haben. Eine Publikation, die in diesem erschreckenden Ausmaß ihre Unabhängigkeit aufgegeben hat, will ich nicht weiter finanziell unterstützen. 


In seinem Antwortschreiben geht der Chefredakteur des Darmstädter Echo, Jörg Riebartsch, mit keinem Wort auf die konkreten Vorwürfe ein. Wer Respekt, Fairness und Unparteilichkeit in der Berichterstattung einfordert, versucht nach Ansicht von Riebartsch das ECHO zu "verbiegen" - neue Medien braucht das Land!