Pressemeldung von Hermann Schaus

4. April 2017

NSU: Annahme der LINKEN bestätigt – Temme muss den sterbenden Halit Yozgat gesehen haben

Zu den neuen kriminaltechnischen Untersuchungen und der Rekonstruktion des Tatorts der Ermordung von Halit Yozgat in Kassel:

"Die neuesten kriminaltechnischen Untersuchungen und die Rekonstruktion des Tatorts der Ermordung von Halit Yozgat am 6. April 2006 in Kassel, bestätigen unsere bisherigen Annahmen. Andreas Temme muss sich zur Tatzeit im Internetcafé aufgehalten haben. Das wurde bereits aus den sehr umfangreichen Untersuchungen der ‚BAO Bosporus‘ an den Computern festgestellt. Nach den im Untersuchungsausschuss vorliegenden Ermittlungsakten hat Temme erst zehn Sekunden nach den beiden tödlichen Schüssen auf Halit Yozgat seinen PC herunter gefahren. Demnach müsste er an der Leiche vorbei gelaufen sein und auch etwas gesehen haben."

Dass er aufgrund seiner Größe von 1,94 Metern den Sterbenden hinter dem Tresen hätte sehen müssen, sei ebenso anzunehmen, wie dass er als Sportschütze auch den Pulvergeruch in dem kleinen Internetcafé wahrgenommen haben müsste. Sowohl seine damalige Vorgesetzte, Frau Dr. Pilling als auch der Kasseler Außenstellenleiter beim Landesamt für Verfassungsschutz, Herr Fehling hätten in der letzten Untersuchungsausschuss-Sitzung die Unterschrift von Temme eindeutig auf der sogenannten ‚Pilling-Mail‘ vom 24. März 2006 erkannt. 

Schaus: "Das beweist, dass Temme zumindest im Bundesuntersuchungsausschuss gelogen hat, als er behauptete, dass die Mordserie vor seiner Verhaftung am 21. April 2006 kein dienstliches Thema gewesen sei. DIE LINKE wird die neuen Erkenntnisse im Untersuchungsausschuss zur Sprache bringen und Herrn Temme damit unmittelbar konfrontieren. Sie sind ein weiteres wichtiges Indiz für die Unglaubwürdigkeit von Temme. DIE LINKE hat zwischenzeitlich Strafanzeige gegen Temme gestellt – wegen uneidlicher Falschaussage bei der Staatsanwaltschaft in Kassel."